🏦 Depot

Anfängerdepot aufbauen – Schritt für Schritt

✦ Auf einen Blick
  • Der richtige Broker ist entscheidend: achte auf Kosten, Angebot und Benutzerfreundlichkeit
  • Für Einsteiger empfehlen sich Neobroker wie Trade Republic, Scalable Capital oder Finanzen.net Zero
  • Ein Depot zu eröffnen dauert heute nur noch 10–15 Minuten – alles online
  • Starte mit einem ETF-Sparplan auf den MSCI World oder FTSE All-World
  • Beginne mit kleinen Beträgen – 25 Euro im Monat reichen für den Start

Dein erstes Depot – einfacher als du denkst

Ich erinnere mich noch gut an meine erste Depot-Eröffnung. Das war 2015 bei der Comdirekt. Ich war nervös, habe stundenlang Vergleiche gelesen, Konditionen studiert und am Ende doch das Gefühl gehabt, etwas falsch zu machen. Rückblickend hätte ich mir viel Stress sparen können. Ein Depot zu eröffnen ist heute so einfach wie ein Konto bei einer neuen Bank – nur mit ein paar Extra-Klicks für die Legitimation.

In diesem Artikel zeige ich dir, wie du Schritt für Schritt dein erstes Depot aufbaust – von der Brokerwahl bis zur ersten Order. Versprochen: Nach 30 Minuten Lektüre wirst du genau wissen, was zu tun ist.

Schritt 1: Den richtigen Broker finden

Die Wahl des Brokers ist die wichtigste Entscheidung. Hier ein Vergleich der besten Optionen für Einsteiger:

  • Trade Republic: 1 Euro Ordergebühr, Sparpläne kostenlos, Zinsen aufs Verrechnungskonto. Ideal für Einsteiger. Aber: Eingeschränkte Produktauswahl (keine Fonds, keine Zertifikate).
  • Scalable Capital: Ähnlich wie Trade Republic, aber mit mehr Produkten. Prime-Broker für 2,99 Euro/Monat inkl. unlimitierter Sparpläne und kostenloser Trades. Sehr empfehlenswert.
  • Finanzen.net Zero: Kostenlose Trades (0 Euro Ordergebühr) auf ausgewählte ETFs und Aktien. Perfekt für Sparfüchse.
  • ING / DKB / Comdirect: Die klassischen Bank-Broker. Teurer (ca. 5–10 Euro pro Trade), aber dafür voller Service, breite Produktpalette und oft bessere Research-Tools.

Meine Empfehlung für Einsteiger: Trade Republic oder Scalable Capital. Die Kosten sind minimal, die Bedienung ist intuitiv, und für den Start mit ETF-Sparplänen reicht das völlig. Du kannst später immer noch zu einem anderen Broker wechseln, falls du mehr Funktionen brauchst.

Schritt 2: Depot eröffnen

Die Eröffnung läuft heute komplett online ab und dauert etwa 10–15 Minuten:

  1. App herunterladen (Trade Republic, Scalable Capital) oder Website besuchen
  2. Persönliche Daten eingeben (Name, Adresse, Geburtsdatum, Steuer-ID)
  3. Video-Ident-Verfahren durchführen (zeig deinen Ausweis vor die Kamera)
  4. Erste Einzahlung tätigen (per Überweisung oder Sofortüberweisung)
  5. Fertig! Dein Depot ist einsatzbereit.

Das Geld ist in der Regel innerhalb von 1–2 Werktagen auf deinem Verrechnungskonto. Danach kannst du loslegen.

Schritt 3: Die erste Anlage – ETF-Sparplan einrichten

Für den Start empfehle ich dir einen einzigen ETF-Sparplan. Keine Einzelaktien, keine komplizierten Strategien. Einfach einen breit gestreuten Welt-ETF besparen. Das ist wissenschaftlich die erfolgversprechendste Strategie für Privatanleger.

Meine Top-3 ETF-Empfehlungen für Einsteiger:

  • FTSE All-World (A2PKXG): Der Klassiker. Über 4.000 Unternehmen aus Industrie- und Schwellenländern. Thesaurierend (Gewinne werden automatisch reinvestiert). Kosten: 0,22 % TER.
  • MSCI World (A0RPWH): Nur Industrieländer, ca. 1.600 Unternehmen. Die günstigere Alternative (0,12 % TER).
  • MSCI ACWI IMI (A1JJTD): Noch breiter als der FTSE All-World. Über 9.000 Unternehmen. Ideal für Perfektionisten (0,20 % TER).

Lege eine Sparrate fest, die du langfristig durchhalten kannst. 25 Euro pro Monat sind ein hervorragender Start. 100 Euro pro Monat sind noch besser. Hauptsache, du fängst an.

Schritt 4: Die ersten Monate – was dich erwartet

Die ersten Monate als Anleger sind emotional. Dein ETF wird schwanken – mal steht er 5 % im Plus, mal 5 % im Minus. Das ist völlig normal. Wichtig ist, dass du nicht in Panik verkaufst, wenn es mal runtergeht.

Ein Tipp aus eigener Erfahrung: Schau nicht jeden Tag auf dein Depot. Einmal pro Woche oder einmal pro Monat reicht völlig. Dein ETF-Sparplan arbeitet für dich, während du schläfst. Du musst ihn nicht ständig kontrollieren.

Schritt 5: Langfristig dranbleiben

Der wichtigste Faktor für deinen Anlageerfolg ist nicht die perfekte Aktienauswahl – es ist die Zeit, die du deinem Investment gibst. Wer 25 Jahre lang 200 Euro pro Monat in den FTSE All-World spart, hat bei 7 % Rendite am Ende über 150.000 Euro. Bei 500 Euro monatlich sind es über 380.000 Euro. Der Zinseszinseffekt ist dein bester Freund – aber er braucht Zeit, um zu wirken.

Erhöhe deine Sparrate regelmäßig, wenn du mehr verdienst. Nach einer Gehaltserhöhung: 50 % der Erhöhung in den Sparplan stecken. So wächst dein Vermögen, ohne dass du auf Lebensqualität verzichten musst.

Fazit: Fang heute an – nicht morgen

Der beste Zeitpunkt für dein erstes Depot war gestern. Der zweitbeste ist heute. Die Kosten sind niedrig wie nie, die Einstiegshürden minimal und die Renditechancen auf lange Sicht hervorragend. Worauf wartest du?

Häufig gestellte Fragen zum Anfängerdepot

Welcher Broker ist der beste für Einsteiger?

Für Einsteiger empfehle ich Trade Republic oder Scalable Capital. Beide bieten kostenlose ETF-Sparpläne, niedrige Ordergebühren (1 Euro) und eine benutzerfreundliche App. Trade Republic hat den Vorteil von 2% Zinsen aufs Verrechnungskonto, Scalable Capital bietet mehr Produkte.

Wie viel Geld brauche ich für ein Depot?

Du brauchst kein Mindestkapital. Viele Neobroker erlauben den Start mit 1 Euro für einen ETF-Sparplan. Für eine erste Einmalanlage empfehle ich mindestens 100-500 Euro, damit die Ordergebühren prozentual nicht zu sehr ins Gewicht fallen.

Wie viele Aktien oder ETFs sollte ich am Anfang kaufen?

Starte mit einem einzigen ETF (FTSE All-World oder MSCI World). Das ist ausreichend diversifiziert. Erst wenn du mehr Erfahrung hast und dein Depot über 10.000 Euro wächst, kannst du über Einzelaktien oder weitere ETFs nachdenken. Weniger ist mehr!

Was mache ich bei einem Börsencrash?

Nichts. Einfach weiter besparen. Ein Crash ist kein Grund zur Panik, sondern eine Chance, günstig nachzukaufen. Wer in der Finanzkrise 2008 seinen ETF-Sparplan weitergeführt hat, hatte 2013 schon wieder dicke Gewinne. Der häufigste Anfängerfehler ist, in der Panik zu verkaufen.

Disclaimer: Keine Anlageberatung. Alle Angaben ohne Gewähr.